Lärmmessung

Die kontinuierliche Messung des Fluglärms in der Umgebung des Flughafens ist eine gesetzliche Verpflichtung. In § 19a LuftVG ist festgelegt, dass der Unternehmer eines Flughafens auf dem Flughafen und in dessen Umgebung »Anlagen zur fortlaufend registrierenden Messung der durch die an- und abfliegenden Luftfahrzeuge entstehenden Geräusche einzurichten und zu betreiben« hat. Insbesondere geht es darum, über langfristige Messungen die Entwicklung der Fluglärmbelastung zu kontrollieren und die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Lärmminderung zu prüfen.

Im November 2017 erfolgte die Erneuerung der Fluglärmüberwachungsanlage des Flughafens Dresden International.
Die erneuerte Anlage besteht aus vier stationären Messstellen in der Umgebung des Flughafens. Die Anordnung erfolgte in Abstimmung mit der Fluglärmkommission für den Flughafen Dresden unter Berücksichtigung der Vorgaben der DIN 45643-2011 „Messung und Beurteilung von Fluggeräuschen“. Dabei wurden langjährig bewährte Standorte beibehalten und es wurde ein neuer Messstandort am Klinikum Dresden Neustadt errichtet. Für aussagekräftige Ergebnisse sind die Messstellen optimal platziert, das heißt:

  • geringer Abstand zu den veröffentlichten An- und Abflugverfahren, um möglichst viele Lärmereignisse durch überfliegende Flugzeuge zu registrieren,
  • in der Nähe der Wohnbebauung, um die Betroffenheit der Bevölkerung korrekt abzubilden
  • weitgehende Vermeidung von Fremdgeräuschen, z. B. Straßen- oder Schienenverkehr.

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Steffen Mäder

Leiter Lärm-/Umweltschutz

Telefonnummer
0351-8813020
Faxnummer
0351-8813024

Standorte der Lärmmessstellen

Messstelle 1: Städtisches Klinikum Dresden; Industriestraße 40, 01129 Dresden-Pieschen
Messstelle 2: Gomlitzer Höhe 13; 01108 Dresden-Weixdorf
Messstelle 3: Medinger Straße 12, 01458 Ottendorf-Okrilla; OT Hermsdorf
Messstelle 4: Grüne Aue 45, 01109 Dresden-Rähnitz

Messergebnisse

Mit der Erneuerung der Fluglärmüberwachungsanlage im November 2017  erfolgte die Umstellung auf Monatsberichte. Diese enthalten die  Messwerte aller Messstandorte.

Monatsbericht Dezember 2017  [PDF-Datei; 762 KB]

Monatsbericht Januar 2018  [PDF-Datei; 745 KB]

Monatsbericht Februar 2018  [PDF-Datei; 731 KB]

Monatsbericht März 2018  [PDF-Datei; 1,2 MB]

Monatsbericht April 2018  [PDF-Datei, 726 kB]

Monatsbericht Mai 2018  [PDF-Datei, 2,0 MB]

Monatsbericht Juni 2018 [PDF-Datei, 2,3 MB]

Monatsbericht Juli 2018 [PDF-Datei, 740 kB]

Monatsbericht August 2018 [PDF-Datei, 740 kB]

Monatsbericht September 2018 [PDF-Datei, 2 MB]

Monatsbericht Oktober 2018 [PDF-Datei, 2 MB]

Monatsbericht November 2018 [PDF-Datei, 2 MB]

Monatsbericht Dezember 2018 [PDF-Datei, 2 MB]

Monatsbericht Januar 2019 [PDF-Datei, 2 MB]

Monatsbericht Februar 2019 [PDF-Datei, 2 MB]

Monatsbericht März 2019 [PDF-Datei, 2 MB]

Monatsbericht April 2019 [PDF-Datei, 2 MB]


Die Auswertungen der früheren Messstationen von 2014 bis 2017 finden Sie hier:

Messstelle 1:  Wasserturm Dresden-Hellerau, Brunnenweg
Messstelle 2:  84. Grundschule, Heinrich-Tessenow-Weg, Dresden-Hellerau
Messstelle 3:  Wohnhaus, Medinger Straße 12, Hermsdorf
Messstelle 4: Wohnhaus, Grüne Aue 45, Dresden-Rähnitz
Messstelle 5:  Hindernisbefeuerungsmast Flughafengelände, Dresden-Weixdorf

Lärmmessstelle

Messverfahren

An allen Messstellen wird kontinuierlich gemessen und für jede Sekunde  werden Messwerte aufgezeichnet. Der so ermittelte Pegelzeitverlauf und  individuell einstellbare Fluglärm-Erkennungsparameter, welche  standortspezifisch und in Abhängigkeit der jeweiligen am Messstandort  vorherrschenden akustischen Umgebungsbedingungen (Grundgeräusche,  Fremdgeräusche) eingestellt werden, ermöglichen es, ein Fluglärmereignis als solches zu erkennen. Daneben können mit Hilfe der Parameter und  durch Kontrolle der Audioaufzeichnungen Fremdgeräusche, wie  beispielsweise Auto- und Schienenlärm oder Vögel ausgefiltert werden.

Einmal täglich werden die Messwerte vom Vortag in die Zentrale übertragen und dort den Flugbewegungen zugeordnet. Das heißt, jedes Fluglärmereignis wird mit der verursachenden Flugbewegung korreliert. Für die Korrelation wird ein Zeitfenstermodell verwendet. Dies bedeutet, dass ausgehend von den aktuellen Start- oder Landezeiten der Luftfahrzeuge, welche im Flugtagebuch des Flughafens registriert werden, der Überflugzeitpunkt für den Messstandort ermittelt wird. Dabei wird die An- und Abfluggeschwindigkeit der unterschiedlichen Luftfahrzeugtypenklassen (Strahlflugzeuge, Propellerflugzeuge, Hubschrauber) berücksichtigt. Lärmereignisse, welche die Fluglärmerkennungsparameter erfüllen und nahe dem theoretisch ermittelten Überflugzeitpunkt registriert wurden, können so automatisch zugeordnet werden.
Da hohe Windgeschwindigkeiten die gemessenen Lärmwerte eventuell verfälschen – bei hohen Windgeschwindigkeiten verursacht der Wind allein schon nennenswerte Schalldruckpegel am Mikrofon – werden die unter diesen Bedingungen aufgezeichneten Fluglärmereignisse bei den statistischen Auswertungen nicht berücksichtigt. Dieser Fall tritt auch ein, wenn sehr hohe Fremdgeräusche die Geräusche der Flugzeuge überlagern und eine korrekte Fluglärmmessung verhindern. Entsprechende Meteorologiedaten stehen einerseits über das METAR-System zur Verfügung und werden andererseits an der Messstelle 1 zeitgleich zu den Fluglärmereignissen gemessen.
Erst nach abschließender manueller Prüfung und Korrelation jedes einzelnen Fluglärmereignisses werden die akustischen Kenngrößen, wie zum Beispiel der Dauerschallpegel, berechnet und für nachfolgende Auswertungen, zusammen mit allen akustischen und meteorologischen Mess- und Kennwerten, gespeichert.
Neben der allgemeinen Fluglärmüberwachung dienen diese qualitätsgesicherten Daten als Basis für die Berichterstattung an die Fluglärmkommission und die Veröffentlichung auf der Internetseite der FHD sowie für die Beantwortung von Fluglärmbeschwerden.


Einzel- und Dauerschallpegel
Als Maßstab für die Lärmbelastung werden bei der Beurteilung von Fluglärm zwei Größen herangezogen: der Einzelschallpegel LAmax und der Dauerschallpegel LAeq, jeweils ausgedrückt in dB(A).
Der Einzelschallpegel LAmax beschreibt den maximalen Schalldruckpegel eines Lärmereignisses, z. B. beim Vorbei- oder Überflug eines einzelnen Flugzeuges. Der Dauerschallpegel LAeq (häufig auch als Mittelungspegel bezeichnet) kennzeichnet zeitlich veränderliche Schallpegel mit nur einer Zahl. In den Dauerschallpegel gehen Stärke und Dauer jedes Einzelgeräusches während eines bestimmten Beurteilungszeitraums ein – aufgrund des logarithmischen Prinzips überproportional stark.
Maßgeblich für die Beurteilung von Fluglärm sind die äquivalenten Dauerschallpegel LAeq, Tag und LAeq, Nacht. Der Beurteilungszeitraum Tag umfasst die Zeit von 6 bis 22 Uhr, der Beurteilungszeitraum Nacht die Zeit von 22 bis 6 Uhr.

Messgeräte mit höchster Präzision
Zum Einsatz kommen ausschließlich Messgeräte der höchsten Güteklasse 1, da nur diese eine DIN-konforme Messung zulassen. Für den einwandfreien Betrieb der Fluglärmüberwachungsgeräte wird jede Messstelle täglich überprüft und halbjährlich bei einer Zwischenprüfung akustisch kalibriert.
Sämtliche zur Fluglärmüberwachung eingesetzten Messgeräte werden im Zweijahresrhythmus auf ihre ordnungsgemäße Funktion hin überprüft, gewartet und anschließend kalibriert und geeicht. Nur durch diesen sich wiederholenden Soll/Ist-Abgleich mit einer normierten Vergleichsquelle lässt sich gewährleisten, dass die Messwerte mit höchster Präzision aufgenommen werden.

Lärmmesskontrolle

Vergleichswerte für Schallpegel

Sehr leise Geräusche zwischen Null dB und 20 dB kann man praktisch nur  in abgeschirmten Labors wahrnehmen, da die im täglichen Leben üblichen  Umgebungsgeräusche bereits lauter sind. In der freien Natur werden bei  "vollkommener Stille" Werte von 20 bis 30 dB erreicht. Um die  unterschiedliche Empfindlichkeit des menschlichen Gehörs für hohe und  tiefe Töne zu berücksichtigen, wird in die Messgeräte ein genormter so  genannter A-Filter eingeschaltet. Die Maßeinheit wird dementsprechend  dB(A) genannt.

Für die Abhängigkeit des gemessenen Schallpegels vom Abstand zur Schallquelle gilt folgende Faustformel: Eine Verdreifachung des Abstands reduziert den Schallpegel um 10 dB und halbiert damit die empfundene Lärmbelastung.


SituationSchalldruckpegel 
Hörschwelle 0 dB(A)
Atemgeräusch (ca. 1 Meter Entfernung) 25 dB(A)
sehr ruhiges Zimmer 20-30 dB(A)
Weckerticken 30-35 dB(A)
Blättergeräusch 30-40 dB(A)
Flüstern 40 dB(A)
normale Unterhaltung (ca. 1 Meter entfernt) 50-60 dB(A)
Flugzeug DA 20 Katana (2 Sitzplätze; 0,7 Tonnen MTOW) beim Überflug in 300 Meter Höhe 60 dB(A)
Fernseher in Zimmerlautstärke (ca. 1 Meter entfernt) 55-60 dB(A)
lautes Rufen 70 dB(A)
PKW (ca.10 Meter entfernt) 60-80 dB(A)
Flugzeug ATR 42 (maximal 50 Sitzplätze; 16 Tonnen MTOW) beim Start in 300 Meter seitlicher Entfernung 75 dB(A)
Flugzeug AVRO RJ (maximal 112 Sitzplätze; 44 Tonnen MTOW) beim Start in 300 Meter seitlicher Entfernung 80 dB(A)
Hauptverkehrsstraße (ca. 10 Meter entfernt) 80-85 dB(A)
Flugzeug Airbus A320 (maximal 180 Sitzplätze; 74 Tonnen MTOW) beim Start in 300 Meter seitlicher Entfernung 85 dB(A)
Presslufthammer in 1 Meter oder schwerer Lkw in 5 Meter Entfernung 90 dB(A)
Flugzeug Boeing B747-400 (maximal 524 Sitzplätze; 386 Tonnen MTOW) beim Start in 300 Meter seitlicher Entfernung 90 dB(A)
Diskothek 110-120 dB(A)
Autohupe am Fahrbahnrand 110 dB(A)
Schmerzgrenze um 130 dB(A)

MTOW = Maximum Take-Off-Weight = maximales Startgewicht