1935 bis 1945

Rege Zivilluftfahrt weicht militärischer Nutzung

Am 11. Juli 1935 starteten und landeten zum ersten Mal Verkehrsflugzeuge am neuen Flughafen Dresden. Seit den 20er Jahren hatte es bereits beachtlichen Luftverkehr in Dresden gegeben, der zunächst auf den Flugplätzen Kaditz (seit 1913) und Heller (seit 1926) sowie auf dem Wasserflugplatz Johannstadt durchgeführt wurde. Mit der sich nach 1933 verstärkenden Wiederaufrüstung Deutschlands drängten die Reichsbehörden auf den Neubau eines leistungsfähigeren Militär- und Verkehrsflughafens.

Nach nur einjähriger Planungs- und Bauzeit entstand eine vorbildliche Flughafenanlage vor den Toren der Stadt auf den Fluren von Klotzsche und Rähnitz: der Flughafen Dresden. Architektonisches Wahrzeichen wurde das seinerzeit elegante Abfertigungs- und Verwaltungsgebäude, nach der Deutschen Lufthansa AG als "Hansahaus“ bezeichnet. Die Anlage des Flughafens mit seinem 1.460 Meter x 1.025 Meter großen Rollfeld bot hervorragende fliegerische Bedingungen, seine technische Ausstattung war zeitgemäß. Eine fast 3.000 qm große Flugzeughalle erlaubte, auch die größten Verkehrsflugzeuge jener Zeit unterzustellen.

Der Luftverkehr entwickelte sich erfreulich: Wichtigste Fluglinie war jene von Berlin über Dresden nach Prag und Wien, die von Lufthansa, österreichischen und tschechoslowakischen Gesellschaften gemeinsam bedient wurde. Verbindungen bestanden aber auch mit Breslau, Köln, Halle/Leipzig, Hannover, Hamburg und weiteren Städten. Mit 7.913 abgefertigten Fluggästen erreichte der Flughafen 1937 seine höchste Jahresleistung vor dem Zweiten Weltkrieg.

Zeitgleich mit dem Bau des Flughafens entstand unmittelbar angrenzend die ausgedehnte Anlage der Luftkriegsschule Dresden, die ab 1936 Offiziere für die deutsche Luftwaffe ausbildete. Fast 60 Gebäude, darunter fünf Flugzeughallen, wurden errichtet. Der Ausbildungsbetrieb der Luftkriegsschule dominierte das Geschehen am Platz. So war es folgerichtig, dass ab 1. April 1937 die Luftwaffe die Verwaltung des gesamten Flughafens übernahm. Zivile Verkehrsflugzeuge flogen Dresden noch bis zum Frühjahr 1940 an. Der Zweite Weltkrieg brachte den Luftverkehr schließlich zum Erliegen. Aus dem Flughafen wurde ein Fliegerhorst, von dem aus bis in die letzten Stunden des Krieges Ausbildungs- und Einsatzverbände der deutschen Luftwaffe operierten.

1945 bis 1961: Neubeginn im zivilen Luftverkehr und Aufbau einer Luftfahrtindustrie