Naturschutz

Ausgleichsmaßnahmen und Schutzgebiete

Illustration: Ausgleichsmaßnahme im Umfeld des Dresdner Flughafens
Ausgleichsmaßnahme: Neuanpflanzung von Mischwald in Dresden-Weixdorf

Gemeinsam mit den Naturschutzbehörden wurden die im Flughafenbereich befindlichen Biotope erfasst und Maßnahmen zu Erhaltung und Pflege abgestimmt. Resultierend aus Baumaßnahmen und Sicherheitsanforderungen des Luftverkehrs mussten im Bereich des Flughafens Bäume gefällt und Grünflächen umgewandelt werden. In Abstimmung mit den Naturschutzbehörden wurden und werden notwendige Ausgleichsmaßnahmen im Bereich zweier Landschaftsschutzgebiete (LSG), welche unmittelbar an das Flughafengelände anschließen, durchgeführt:

  • Wilschdorf-Rähnitzer Sandhügelland (360 Hektar)
  • Moritzburger Kleinkuppenlandschaft“ (3.560 Hektar)

Die Kleinkuppenlandschaft gilt als einzigartig in Europa. Charakteristisch sind sanfte Hügel, deren Kuppen mit Eichen, Linden und Hainbuchen bewaldet sind, welche sich mit feuchten Senken abwechseln. Neben seltenen Pflanzen wie Bauernsenf und Fieberklee kommen hier vom Aussterben bedrohte Insekten wie der Goldpunkt-Puppenräuber und der Wiesenknopf-Ameisenbläuling vor.

Teile des LSG sind gleichzeitig als Vogelschutzgebiet "Moritzburger Kleinkuppenlandschaft" unter Schutz gestellt. Der Bereich stellt für die Vogelarten Baumfalke, Ortolan, Kiebitz, Schilfrohrsänger und Wespenbussard eines der bedeutendsten Brutgebiete im Freistaat Sachsen dar. Außerdem ist er auch für weitere Brutvögel wie Eisvogel, Kleine Ralle, Knäkente, Löffelente, Neuntöter, Rohrweihe, Rotmilan und Schwarzspecht als Lebensraum besonders bedeutsam.

Im Flughafenbereich wurden bei regelmäßig durgeführten Beobachtungen bis zu 59 verschiedene Vogelarten sowie Haarwild (Rotfüchse, Feldhasen) und Kleinsäuger (Mäuse, Maulwürfe, Fledermäuse) registriert.

Illustration: Rinderstall

Vorher...

Illustration: ehemalige Fläche des Rinderstalls

... und nachher: Als Ausgleich für die Sanierung einer Vorfeldfläche wurde in Dresden-Weixdorf ein alter Rinderstall abgerissen. Die Fläche wurde begrünt.  

Maßnahmen gegen Vogelschläge

Illustration: Langgraswirtschaft beugt Vogelschlägen vor

Langgraswirtschaft rund um den Flughafen beugt Vogelschlägen vor

Durch den Deutschen Ausschuss zur Verhütung von Vogelschlägen im Luftverkehr e.V. wurde das Biotopgutachten für den Flughafen Dresden International im Jahr 2004 fortgeschrieben. Neben einer Bewertung der Wirksamkeit bereits eingeleiteter Maßnahmen wurden weitere Wege und Möglichkeiten aufgezeigt, um Vogelschläge (Kollisionen von Vögeln mit Luftfahrzeugen in der Luft) zu verhindern bzw. zu minimieren. Als wesentlicher Schwerpunkt haben sich dabei die Bereiche außerhalb des eigentlichen Flughafengeländes erwiesen. Hier sollten unter Federführung der Luftverkehrsbehörde weitere Maßnahmen geprüft und umgesetzt werden.

Bei den Untersuchungen zur Fortschreibung des Biotopgutachtens wurde festgestellt, dass die in den letzten Jahren erfolgte Umstellung der Bewirtschaftung der Grünlandflächen des Flughafens auf eine Langgraswirtschaft erfolgreich war. Durch extensive Bewirtschaftung wurden die Grünflächen zu naturschutzfachlich hochwertigen Biotopen gestaltet. Dies geschah unter folgenden Maßgaben: 

  • Verzicht auf Dünger und Pflanzenschutzmittel
  • ein- bis maximal zweimalige Mahd pro Jahr
  • erste Mahd nicht vor Mitte Juli

Der Bestand an relativ langem Gras, der bei dieser Bewirtschaftungsart im überwiegenden Zeitraum der Vegetationsperiode vorhanden ist, bewirkt, dass insbesondere größere Vögel (z. B. Greifvögel)

  • ihre Beute im hohen Gras nicht mehr erspähen können und
  • das Gelände somit als Jagdrevier unattraktiv ist.

Somit wurden Anzahl, Aufenthaltsdauer und Häufigkeit vogelschlagsrelevanter Arten kontinuierlich reduziert.