Passiver Schallschutz

Freiwilliges Förderprogramm

Im Rahmen eines von 1996 bis 2002 realisierten freiwilligen Förderprogramms wurden bauliche Schallschutzmaßnahmen für Anwohner im Flughafennahbereich finanziell unterstützt. Gefördert wurden der Einbau von Schallschutzfenstern in Wohn- und Schlafräumen sowie der Einbau von schallgedämmten Lüftungseinrichtungen in den Schlafräumen. Das Förderprogramm hatte ein Investitionsvolumen von rund 2,8 Millionen Euro. Damit haben sich für mehr als 1.550 Anwohner in etwa 640 Wohnungen die Wohnbedingungen spürbar verbessert.

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Steffen Mäder

Leiter Lärm-/Umweltschutz

Telefonnummer
0351-8813020
Faxnummer
0351-8813024

Sanierung und Verlängerung der Start- und Landebahn

2006 und 2007 hat der Dresdner Flughafen seine Start- und Landebahn von Grund auf saniert und um 350 auf 2.850 Meter verlängert. Im Zusammenhang mit dem Planfeststellungsverfahren wurden lärmphysikalische Gutachten vorgelegt. Auf Basis einer Prognose der Flughafenentwicklung bis 2020 wurde die bei Realisierung des Vorhabens voraussichtliche Belastung hinsichtlich des Fluglärms und des aus Abfertigungsvorgängen resultierenden Bodenlärms ermittelt. Diese Erkenntnisse wurden nachfolgend in einem lärmmedizinischen Gutachten bewertet.

Im Planfeststellungsbeschluss vom 25. Oktober 2005 verfügte die Planfeststellungsbehörde entsprechende Auflagen zum Schallschutz. Unter anderem wurde festgelegt:

"Die Flughafen Dresden GmbH hat auf Antrag des Eigentümers eines vollständig oder teilweise innerhalb des Lärmschutzbereichs gelegenen Grundstücks, das am 17.01.2005 bebaut oder bebaubar war, die bauphysikalischen Prüfungen und Berechnungen der erforderlichen Schallschutzmaßnahmen durchzuführen und für entsprechende Schallschutzvorrichtungen an Aufenthalts- und Schlafräumen Sorge zu tragen. Die Schallschutzvorrichtungen haben zu gewährleisten, dass durch An- und Abflüge im Rauminnern bei geschlossenen Fenstern sowohl tags als auch nachts keine höheren Einzelschallpegel als 55 dB(A) auftreten. Zudem haben die Schallschutzvorrichtungen zu gewährleisten, dass der Summenpegel aus flughafenbedingtem Lärm (Fluglärm und Bodenlärm) einen Dauerschallpegel Leq(3) in Aufenthaltsräumen von tags 40 dB(A) und in Schlafräumen von nachts 35 dB(A) nicht übersteigt. Ist der gebotene Schallschutz nachts nur dadurch zu erreichen, dass die Fenster von Schlafräumen geschlossen gehalten werden, hat die Flughafen Dresden GmbH auf Antrag des Eigentümers für Belüftungseinrichtungen an Schlafräumen zu sorgen und sicherzustellen, dass bei geschlossenen Fenstern eine Mindestpegeldifferenz außen/innen von 25 dB(A) gewährleistet ist.

Der Lärmschutzbereich umfasst für den Tag- und den Nachtschutz das Gebiet, in dem für die Nachtstunden (22.00 > -> 06.00 Uhr) der sechs verkehrsreichsten Monate ein energieäquivalenter Dauerschallpegel Leq(3) von mindestens 50 dB(A) prognostiziert wird (Anlage 1, Lärmschutzbereich). Die Grenzlinie wird unter Einbeziehung des gesamten flughafenbedingten Lärms berechnet."

Die Antragsfrist ist am 31. August 2009, zwei Jahre nach Inbetriebnahme der sanierten und verlängerten Start- und Landebahn, abgelaufen. Derzeit befinden sich die eingegangenen rund 480 Anträge auf Schallschutz, welche mehr als 2.050 Wohnungen im Flughafennahbereich betreffen, in der Bearbeitung. Bei mehr als 91 Prozent der Vorgänge wurden bereits bauliche Maßnahmen realisiert oder es wurde nachgewiesen, dass der vorhandene Bauzustand ausreichend ist.

Illustration: Baustellenschild

Baustellenschild für das Großprojekt Start- und Landebahn

Illustration: Baustelle Start- und Landebahn

neue Start- und Landebahn (rechts), Abriss der alten Bahn (links)

Lärmkarte "Fluglärm - Lärmpegelbereiche nach DIN 4109"

Nach der Sächsischen Bauordnung ist durch den Bauherrn ein ausreichender Schallschutz bei Neu- und Umbauten zu gewährleisten. Damit der Bauherr diese Verantwortung auch tatsächlich wahrnehmen kann, wurden durch die Stadtverwaltung im Umweltatlas die Gebiete auf dem Territorium der Landeshauptstadt Dresden ausgewiesen, in denen von einer erhöhten Belastung durch Fluglärm auszugehen ist.

Anhand der amtlichen Lärmkarte kann festgestellt werden, ob für ein Bauvorhaben ein schalltechnischer Nachweis erforderlich ist und von welchem Lärmpegelbereich nach Tabelle 8 der DIN 4109 "Schallschutz im Hochbau" auszugehen ist. Auf Basis dieser Angaben ist eine akustische Dimensionierung der Außenbauteile durch entsprechende Fachleute (Architekten, Bauingenieure, Schallschutztechniker) möglich.

amtliche, interaktive Lärmkarte der Landeshauptstadt Dresden 
Erläuterungen zur Kartendarstellung [PDF-Datei; 281 KB]

Illustration: Fluglärmkarte
amtliche, interaktive Lärmkarte der Landeshauptstadt Dresden