Gewässerschutz

Wichtige Maßnahmen im Überblick

Illustration: Regenrückhaltebecken

Regenrückhaltebecken am Dresdner Flughafen

Gewässer im Sinne des Wasserrechtes sind alle oberirdischen Gewässer sowie das Grundwasser. Diese als eine Lebensgrundlage des Menschen und als Lebensraum von Tieren und Pflanzen beim Betrieb des Flughafens Dresden International zu schützen ist ein wichtiges Anliegen unseres Unternehmens. Zur Verbesserung des Gewässerschutzes und zur Minimierung aus dem Flughafenbetrieb resultierender Gewässerbelastungen wurden unter anderem folgende Maßnahmen durchgeführt:

  • Minimierung des Niederschlagsabflusses von den Flugbetriebsflächen durch Neubau von Regenrückhalteanlagen
  • Minimierung der Gewässerbelastung der Vorfluter durch sparsamen Einsatz wenig umweltbelastender Enteisungsmittel für Flugzeuge und Flugbetriebsflächen und durch Ableitung enteisungsmittelhaltiger Niederschlagswässer in das Schmutzwassernetz der Stadt Dresden
  • Senkung des Trinkwasserverbrauches, unter anderem durch Bau und Betrieb einer Regenwassernutzungsanlage
  • Sanierung einer Bodenkontamination im Bereich eines ehemaligen Flughafentanklagers

Regenwassernutzung

In einer Regenwassernutzungsanlage wird Regenwasser von ca. fünf Hektar Dachflächen in Zisternen gesammelt  und über eine Ringleitung den Verbrauchern im gesamten Flughafengelände zugeführt. Verwendet wird dieses Wasser statt Trinkwasser in Toiletten, Klimaanlagen, als Löschwasser, für die Kanalreinigung und für die Grünflächenpflege.

Illustration: Regenwassernutzungsanlage

Schematische Darstellung der Regenwassernutzungsanlage

Schmutzwasser

Der Dresdner Flughafen ist über ein Trennsystem ans Schmutzwassernetz (SW-Netz) der Stadt Dresden angeschlossen.

  • Abwasser aus Küchen, Werkstattbereichen und Fahrzeugwaschanlage wird vor der Einleitung in die SW-Kanalisation vorbehandelt.
  • Abwasser aus den Abfertigungs- und Bürogebäuden ähnelt häuslichem Schmutzwasser.
  • Beim Abwasser aus Flugzeugen handelt es sich vorwiegend um Fäkalabwasser. Dieses wird an einer Fäkalannahmestation von Feststoffen befreit und ebenfalls in das SW-Netz eingeleitet.

Die Behandlung der Abwässer erfolgt schließlich in der städtischen Kläranlage in Dresden-Kaditz.

Illustration: Fäkalienfahrzeug

Fäkalienabpumpung am Flugzeug

Niederschlagswasser

Illustration: Schelsbach

Brücke über den Schelsbach am Dresdner Flughafen

Der Flughafen Dresden International liegt auf einer Hochfläche. Die Niederschlagsabflüsse werden in die Einzugsgebiete von Schelsbach, Seifenbach, Promnitz und Ruhlandgraben geleitet. Bei einer Größe von ca. 90 Hektar versiegelter Fläche kommt der Regenwasserbewirtschaftung eine große Bedeutung zu.

Das Regenwasser wird in Entwässerungssystemen gesammelt und entweder direkt in die oberirdischen Gewässer oder das städtische Regenwassernetz (RW-Netz) eingeleitet oder es versickert. Die in allen Einzugsgebieten vorhandenen Regenrückhaltebecken mindern den Spitzenabfluss von den befestigten Flächen in die Gewässer. Die Qualität des gesammelten Niederschlagswassers hängt entscheidend von der Nutzungsart der Flächen ab (Dachflächen, Parkplätze, Straßen, Abfertigungsflächen für Flugzeuge, Rollbahnen, Start- und Landebahn).

Für die Einleitung von Regenwasser in die Gewässer bestehen besondere Anforderungen an den Schutz vor Havarien. Folgende Maßnahmen wurden getroffen: 

  • Die Fläche des Tanklagers ist über ein Sicherheitssystem aus Leichtflüssigkeitsabscheidern, Rückhalteräumen und Schiebern an das Entwässerungssystem angeschlossen.
  • Alle Lageranlagen für wassergefährdende Stoffe, wie z.B. Diesel, Enteisungsmittel und Löschmittel, genügen den strengen umweltrechtlichen und technischen Anforderungen.
  • Niederschlagswasser von Vorfeldflächen, auf denen Flugzeuge abgefertigt und betankt werden, wird vor der Einleitung im Regenklärbecken gereinigt. Die Werkfeuerwehr ist mit einem Umweltrüstwagen immer zur Stelle, wenn entgegen der standardmäßig tropfenfreien Betankung Treibstoff auf die Betonflächen gelangt.
  • Das gesamte Entwässerungssystem der Flugbetriebsflächen kann im Havariefall durch Schieber abgesperrt werden. Belastetes Wasser wird in diesem Fall in Staukanälen zurückgehalten und kann somit nach entsprechender separater Beprobung ordnungsgemäß entsorgt werden.

Im Winter kann das Niederschlagswasser der ca. 60 Hektar Flugbetriebsflächen bei ungünstigen Witterungsverhältnissen Enteisungsmittel enthalten, da sowohl für die Flugzeug- als auch zur Flächenenteisung chemische Mittel eingesetzt werden.

  • Der sparsame Einsatz von Enteisungsmitteln und der Einsatz umweltverträglicher Stoffe sind betriebliche Maßnahmen, um die Gewässerbelastung zu reduzieren.
  • Der Zustand der Start- und Landebahn wird über ein Glatteisfrühwarnsystem ständig kontrolliert. Durch den somit möglichen vorbeugenden Einsatz von Flächenenteisungsmitteln können die Einsatzmengen verringert werden.

Betriebliche Maßnahmen werden von technischen ergänzt: Die messtechnische Erfassung der Qualität des abfließenden Wassers und der Füllstände von Staukanälen erfolgt über ein Prozessleitsystem. Werden an Online-Messstellen Grenzwerte für Leitfähigkeit oder TOC (= Organischer Kohlenstoffgehalt) überschritten, erfolgt über automatisch gesteuerte Abwasserweichen die Ableitung des enteisungsmittelhaltigen Niederschlagswassers in das Schmutzwassernetz zur Behandlung in der städtischen Kläranlage.

Illustration: Flugzeugenteisung

Flugzeugenteisung im Winter